Erfahrungsberichte
Erfahrungs­berichte

1. Für welche Ausbildungsberufe haben Sie sich damals interessiert/ beworben?
Im Abiturbuch hatte ich damals schon Veranstaltungsmanager geschrieben, obwohl es diesen Beruf noch gar nicht gab. Da es den nicht gab, habe ich mir aus der Region – weil ich gerne hier bleiben wollte – einen Beruf gesucht, der einem danach möglichst viele Perspektiven in verschiedene Richtungen offenlässt. Da kam dann ziemlich schnell die Ausbildung zum Industriekaufmann auf den Tisch.
 
2. Was hat Sie damals dazu bewogen, sich bei der Gauselmann Gruppe zu bewerben?
Ich habe mich insgesamt nur sechs Mal beworben und ausschließlich bei den Großen hier in der Gegend, die einfach viele Richtungen haben, national und auch international unterzukommen. Dann war es bei Gauselmann  tatsächlich knapp, denn eigentlich war kein Platz mehr frei. Durch jemanden, der seine Bewerbung zurückgezogen hatte,  bin ich dann tatsächlich erst im Januar zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen worden.
 
3. Waren Sie eigentlich in der Messeabteilung während der Ausbildung?
Ca. ein halbes Jahr bevor ich fertig wurde, kam ich in die Messeabteilung. Der Abteilungsleiter fiel damals für eine längere Zeit aus, was zu einem gewissen Chaos führte. Vom PR-Chef kam dann die Frage, ob ich mir zutrauen würde, das ganze selbstständig in die Hand zu nehmen und zu koordinieren. So bin ich dann quasi, rein zufällig, in die Messeabteilung gerutscht. Und als der Abteilungsleiter wieder da war, hat man sich gesagt, das Chaos wollen wir nie wieder haben, darum bleibt der Vormann jetzt da!
 
4. Wie sehen Sie die Aufstiegschancen für Auszubildende nach der Ausbildung?
Ja, also bei mir war es ja nun wirklich Timing. Aber ich beurteile sowohl die Übernahme- als auch die Aufstiegschancen als sehr gut! Die meisten Führungskräfte hier wurden nicht als solche eingestellt, sondern sind einfach schon ewig in der Firma. Weil Auszubildende die Firma so gut kennen, was grade bei Gauselmann sehr wichtig ist, sehe ich hier einen ganz klaren Vorteil.
 
5. Haben Sie selbst ehemalige Auszubildende im Team?
Ja, habe ich. Ich hatte auch mal ehemalige Azubis von externen Firmen, welche aber nicht lange durchgehalten haben. Daher bevorzuge ich immer interne Azubis. Die kennen die Firma und wollen bleiben, außerdem wissen sie vorher, was auf sie zukommt und kennen die Leute.
 
6. Was hat Sie dazu bewogen, nach der Ausbildung zu studieren? Wieso genau der Studiengang? Dual- oder Vollzeitstudium?
Nach der Ausbildung  habe ich an der IST Düsseldorf den Studiengang des  „Dipl. Event-Manager“ (wurde damals noch nicht von der IHK anerkannt) besucht. Themen im Studium waren: warum Messen, Kundenbindung, Marketing, Personal, BWL, Rechtswesen etc.- also man muss nicht nur planen können, sondern da gehört noch mehr zu! Der Studiengang war dual, heißt ich hatte am Wochenende Uni und habe in der Woche ganz normal gearbeitet. Die Entscheidung, ob Voll- oder Teilzeitstudium, hängt ganz von einem selbst ab, wie viel Energie man hat und ob man der Doppelbelastung gewachsen ist. Ein duales Studium bedeutet definitiv doppelte Arbeit!!
 
7. Welche Aufgaben übernehmen Azubis in der Messeabteilung?
Eigentlich versuchen wir, die Auszubildenden an allem  Teil haben zu lassen, was wir so machen. Über die ganz normalen Arbeiten, wie aber auch unserem Zeichenprogramm. Mal geht es um Hotelbuchungen, mal um Cateringaufträge, mal geht es um den Messestand, mal um die Technik und manchmal geht es nur darum, irgendwelche Angebote einzuholen. Bei uns haben alle gleichberechtigt Zugriff auf den Auszubildenden, auch unten im Lager gibt es Arbeiten, die gemacht werden müssen.
 
8. Es wird also versucht, ihn schon komplett an das Arbeitsleben, wie es denn wäre, wenn er in der Abteilung angestellt wäre, heranzuführen?
Im Prinzip ja. Stehen jedoch Großprojekte an, haben wir natürlich weniger Zeit für einen Auszubildenden, als zum Beispiel im Sommer, wo meistens nicht so viel los ist. Prinzipiell ist es aber so, dass alle probieren, den Auszubildenden in die Arbeitsgänge einzubeziehen.
 
9. Was glauben Sie, warum ist das Unternehmen Gauselmann seit Jahrzehnten so erfolgreich? Was zeichnet das Unternehmen für Sie aus?
Das Erfolgsrezept der Firma ist harte Arbeit. Vorangetrieben durch den Chef, den wir haben, der selber alleine angefangen hat und weiß, was harte Arbeit ist. Wenn die Konkurrenz mal etwas Gutes herausbringt, bringen wir nicht das Gleiche heraus, sondern wir versuchen es dementsprechend zu übertreffen. Sich nicht mit etwas „zufrieden zu geben“, sondern immer „mehr zu wollen“ zieht sich durch die ganze Firma, auch zu Zeiten, in denen die Gesetzeslage schwierig ist.
 
10. Welche Ereignisse sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben, wenn Sie auf die vergangenen Jahre zurückblicken?
Ja, ein Ereignis hat es gegeben. Die Branche hat, ausgerichtet über den VDAI, ein großes Fest auf der IMA für 1.500 Leute veranstaltet. Da das Feedback zu diesem Event aber eher negativ war, kam die Idee, ein eigenes Fest zu veranstalten und zu zeigen, wie es richtig geht. Das Motto war damals „25 Jahre Merkur“, was groß gefeiert werden sollte. Also habe ich ein Konzept geschrieben und dieses in einer Konferenz mit Paul Gauselmann am Kopf des Tisches präsentiert. Dies kam zu meiner Erleichterung sehr gut an. Das ist zwar alles mehr zufällig entstanden, denn wenn die Party im Vorjahr super gewesen wäre, hätte da keiner drüber gesprochen, aber so konnte ich zum ersten Mal das, was ich im Studium gelernt habe, anwenden. Das war so ein Moment, in dem ich das Gefühl hatte, er hat meiner Laufbahn einen besonderen Schub gegeben.
 
11. Haben Sie nach der Ausbildung eine Führungsposition angestrebt?
Dieser Gedanke kam mir erst nach dem Studium. Dadurch, dass man nochmal viel mehr Fachwissen für den Bereich hatte, entwickelte ich dieses innere Gefühl „Wir können mehr machen, mehr als wir momentan tun“. Ich hatte das Gefühl, wenn man das Budget  bündeln und aus zehn kleinen Sachen eine große machen würde, könnte man mit weniger Geld mehr erreichen. Das war zwar nicht direkt der Wunsch nach einer Führungsposition, aber der Wunsch, dass einem zugehört wird. Und das, muss ich zugeben, gelingt eher, wenn man eine Führungsposition hat.
 
12. Wie gehen Sie nun mit Ihrer Führungsposition um?
Man sollte sich schon bewusst sein, dass zu einer Führungsposition einiges dazu gehört, was nicht unbedingt zum Tagesjob zählt. Personalpläne erstellen, so dass die Abteilung immer besetzt ist oder zu entscheiden, dass es eine Urlaubssperre gibt, weil man im Moment die gesamte Abteilung braucht. Auch immer interessant sind zum Beispiel Gehaltsverhandlungen, die diskutiert werden. Es sind wirklich 30 - 40% Arbeiten, die mit der eigentlichen Tätigkeit im Sinne von Messe und Events nichts direkt zu tun haben, das habe ich vorher nicht so eingeschätzt.
 
13. Empfinden Sie Druck, für große Events und hohe Budgets verantwortlich zu sein?
Wir machen eine genaue Vorkalkulationen, so dass wir genau wissen, was für Ausgaben auf uns zu kommen, um unsere Vorstellungen  in die Tat umzusetzen. Wir kommen eigentlich erst in die Verantwortung, wenn entschieden wird, welches Budget wir zur Verfügung haben. Dann müssen wir dafür gerade stehen, was es am Ende gekostet hat und wo es Differenzen gab. Von daher sehe ich eigentlich keinen Druck, was die Kostenlage angeht.
 
14. Sie sehen sich eher nicht in der Verantwortung der Kosten, sondern eher gegenüber dem, was im Nachhinein stattfindet?
Genau. Man darf aber nicht außer Acht lassen, dass seit der Loveparade, wo die Veranstalter gezeigt haben, wie man alles falsch machen kann, auch die Sicherheit auf jedem Event ein großes Thema ist. Mittlerweile ist es so, dass eine Person verantwortlich gemacht wird. Es geht nicht mehr darum, die Schuld von sich zu weisen oder hin- und herzuschieben, sondern mittlerweile stehen Namen auf dem Papier.
 
15. Was sind denn Ihrer Meinung nach noch Eigenschaften, die man für eine Führungsposition mitbringen sollte?
Interessant war es für mich, als ich die Leitung der Messeabteilung übernommen habe, endlich meine Ideen auszuleben. Zuerst habe ich nur diese Aspekte gesehen, bis ich gemerkt habe, dass man nicht nur für sich selber oder für die Firma, sondern natürlich auch für seine Mitarbeiter verantwortlich ist und wie zeitintensiv sich dies gestaltet. Das habe ich ganz schön unterschätzt, aber mittlerweile gibt es  Führungskräfte-Trainings hier in der Firma, an denen ich selber momentan auch noch teilnehme und wo man unglaublich gut vorbereitet wird.
 
16. Womit wir bei der letzten Frage angekommen wären: Haben Sie Tipps für die zukünftigen Generationen von Gauselmann-Azubis, die Karriere bei der Gauselmann Gruppe machen wollen?
Die Arbeit, die man macht, hundertprozentig zu machen. Ich kenne keine Abteilung, die das nicht honoriert und keinen Abteilungsleiter, dem es nicht auffällt, wenn er einen Mitarbeiter hat, auf den er sich verlassen kann. Von daher ist es kein richtiger Tipp, sondern eher etwas, dass jeder schon von sich selbst aus machen sollte.

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